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Leitungsortung ist vielseitig: Ob Neubau, Bestandssanierung oder Trassenplanung: Wer im Untergrund arbeitet, muss wissen, was dort liegt. Fehlende oder unvollständige Leitungspläne sind dabei keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Die zerstörungsfreie Ortung unterirdischer Infrastruktur ist deshalb ein entscheidender Bestandteil moderner Bauplanung. Besonders leistungsfähig ist dabei das Bodenradar ( engl. GPR – Ground Penetrating Radar). Nicht jedes Bodenradar ist für jede Aufgabe geeignet. Und nicht jede Leitung lässt sich gleich gut orten. Wir geben einen Überblick.
Die Einsatzfähigkeit eines Bodenradars steht und fällt mit der richtigen Antennentechnologie – und damit mit der gewählten Frequenz. Je höher die Frequenz, desto besser die Auflösung – aber desto geringer die Eindringtiefe. Umgekehrt gilt: Je niedriger die Frequenz, desto tiefer der Einblick – aber auf Kosten der Detailschärfe. Daraus ergeben sich zwei klare Einsatzprofile:
Subterra setzt für Leitungsortung optimierte Mehr-Array-Systeme wie den IDS Stream DP oder das Leica DS 4000 ein, die sowohl Flächenleistung als auch Tiefenauflösung kombinieren. Für Anwendungen im Betonbereich kommen hochfrequente Einzelantennen wie das IDS C-Thrue zum Einsatz – zum Beispiel für die Detektion von Bewehrungen oder Einbauten bis 0,8 m Tiefe.
Einer der zentralen Vorteile von GPR-Systemen liegt darin, dass sie nicht auf leitfähige Materialien angewiesen sind. Während induktive Ortungsverfahren nur mit metallischen Leitungen funktionieren, erkennt das BodenradarObjekte allein anhand von Dichte- oder Materialkontrasten. Das bedeutet: Auch Kunststoffleitungen, Glasfaser, Betonrohre oder sonstige Objekte im Untergrund sind ortbar – wenn die Umgebungsbedingungen es zulassen.
Entscheidend ist der Reflexionskontrast zum umgebenden Untergrund. Ein homogen aufgebauter Boden liefert dabei klarere Bilder als ein sehr heterogener. In der Praxis bedeutet das: Auch nichtmetallische Leitungen können zuverlässig identifiziert werden – aber nur, wenn Gerät, Frequenz und Bodentyp aufeinander abgestimmt sind.
Die oft gestellte Frage „Bis zu welcher Tiefe kann ein Bodenradar Daten erfassen?“ lässt sich nur im Kontext beantworten. Die Bodenbeschaffenheit hat entscheidenden Einfluss auf die Eindringtiefe – zur groben Einordnung:
Grunsätzlich lässt sich sagen: Je geringer die elektrische Leitfähigkeit des Bodens, desto besser die Signalübertragung. Lehm, Schluff und mineralische Böden wirken stark dämpfend. In solchen Fällen ist oft eine Kombination mit anderen Ortungsverfahren sinnvoll.
Nicht nur Leitungen lassen sich mit Bodenradar detektieren. Auch Baumwurzelverläufe, Verfüllungen, Hohlräume oder Anomalien im Beton können erfasst werden – vorausgesetzt, das Reflexionsverhalten ist ausreichend ausgeprägt und die Interpretation erfolgt durch erfahrene Anwender:innen. Ein Beispiel: Wurzeln reflektieren Radarwellen nur dann eindeutig, wenn ihr Durchmesser ausreicht und sie im Kontrast zur Umgebung stehen. Hier braucht es neben Technik auch fachliches Wissen über Wurzelverläufe und Baumarten.
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